Die Ölmärkte wurden bereits in der Nacht zum Mittwoch davon überrascht, als Iran und Oman erste Schritte zu einem Abkommen meldeten, die eine Öffnung der Ölhandelsroute der Straße von Hormus besser ermöglichen würden. Während dies für Entlastung an den Ölbörsen sorgte, kündigte der russische Präsident an, den Konflikt mit der Ukraine weiter eskalieren zu lassen, da die ukrainischen Angriffe auf russische Infrastrukturen zu großen Schaden anrichten, während Friedensgespräche „komplett festgefahren“ seien.
Iran bestätigt Rahmenabkommen zur Hormus-Öffnung mit Oman
Am frühen Mittwochmorgen bestätigte eine omanische Nachrichtenagentur ein Treffen der Außenminister des Iran und Oman. Diese haben dem Bericht zufolge einen grundsätzlichen Rahmen abgesteckt, nach welchem die Zusammenarbeit zur Öffnung der Straße von Hormus festgelegt werden soll. Während die Details sehr dünn blieben, erklärte ein iranischer Militärsprecher am Mittwochnachmittag, dass die Öffnung der Meerenge auch die Verteilung von Einnahmen durch die Seeroute beinhalten würde. Auf welche Art eine solche Einnahmengenerierung geschehen soll, wurde nicht erklärt.
Am selben Tag folgte eine Meldung der iranischen Regierung zum Abkommen mit dem Oman, jedoch hielt man sich hier mit Details zurück und erklärte lediglich, dass es nun Ideen gibt, die jedoch noch nicht klar festgelegt sind. Es sei jedoch zu bedenken, dass ein Abkommen nicht unbedingt eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus beinhalten würde. Die Straße von Hormus ist die wichtigste Seeroute zwischen dem globalen Ölmarkt und dem Nahen Osten. Durch sie wurden vor Beginn des US-Iran-Konflikts knapp 20 Millionen Barrel Öl jeden Tag transportiert, fast ein fünftel des weltweiten Verbrauchs. Seit dem Konflikt zwischen USA und Iran ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge jedoch sehr stark eingeschränkt.
Putin droht mit Eskalation im Ukraine-Russland-Konflikt
Die Ukraine fuhr in diesem Jahr die Angriffe auf russische Ölstrukturen, allen voran Häfen und Raffinerien, deutlich hoch. Dabei fuhr auch Russland die Gegenangriffe auf Häfen und die ukrainische Hauptstadt Kiew deutlich hoch. Aussagen des russischen Präsidenten Vladimir Putin zufolge sollen die Angriffe nun jedoch weiter ausgeweitet und der Krieg mit der Ukraine stärker eskaliert werden. Wie, wurde nicht genannt, Analysten rechnen jedoch mit verstärkten Raketenangriffen auf ukrainische Strukturen. Dies könnte die Öl- und Ölproduktversorgung am Weltmarkt durch russische Exporte noch weiter einschränken, falls die möglicherweise verstärkten Angriffe entsprechende Gegenreaktionen der Ukraine mit sich bringen.
Heizölpreis in der Bundesrepublik legt zu
Während die Entwicklungen im Nahen Osten zuletzt auf Lockerungen im US-Iran-Konflikt hoffen ließen, sind sie noch lange keine Garantie auf eine Öffnung der Handelswege rund um die Nahostländer. Die Drohungen aus Russland verschärfen den Druck auf den Ölproduktmarkt zusätzlich, was weitere Preisanstiege an den Ölbörsen stütze. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit moderaten Aufschlägen zum Mittwochvormittag in Höhe von +2,40 bis +3,40 Euro pro 100 Liter rechnen. Aufgrund der allgemein unsicheren geopolitischen Entwicklungen können sich diese Zahlen jedoch jederzeit ändern.








